Also dieser Villiger, der pflegt seinen Filz munter weiter. Schon bevor er UBS-Präsident geworden ist, hat er einem FDP-Freund versprochen, an der BEA-Eröffnung den Kasperli zu spielen. Und so hat der Alt-Bundesrat nun also in Bern geredet. Als UBS-Präsident. Interessant ist das Wenige, das er dabei gesagt hat. Zum Beispiel: „Die UBS ist eine Stütze der Schweizer Wirtschaft.“
Also ich lüge Sie nicht an: Laut Villiger macht die UBS alles richtig. Schuld daran, dass die Grossbank immer noch in den roten Zahlen dümpelt, sind die anderen. Villiger: „Das konjunkturelle Umfeld hat sich verschlechtert.“ Und jetzt droht offensichtlich auch noch Gefahr durch Laien. Und die Laien, das sind natürlich die anderen. Villiger: „Wir können der Politik nur raten, die Regulierung nicht zu einer Überregulierung werden zu lassen. Wir müssen aufpassen, dass nicht im politischen Raum von den Laien etwas falsch gemacht wird.“
Sorgen bereiten Villiger vor allem die Bemühungen der Politik, den Lohnwahnsinn im Finanzwesen zu stoppen. Villiger: „Auch in der Schweiz verlieren wir Leute an die Konkurrenz. In schwierigen Zeiten braucht man gute Leute, die besten Leute. Und die Besten sind immer gefragt.“ Und die Besten sind immer noch die gierigsten. Und die werden ihr finanzpolitisches Choas künftig im Namen einer anderen Bank anrichten – im Namen einer Bank, die sich nach wie vor von innen plündern lässt. Für Villiger ist deshalb klar: „Wir müssen reagieren.“ Und er ist froh, dass das auch seine FDP-Freunde so sehen: „Unsere Aufsichtsbehörde und die Nationalbank kennen das Problem, und sie sind auf unserer Linie. Die Profis wissen schon, was zu tun ist.“ Kein Wort davon, was diese „Profis“ angerichtet haben, als man sie noch so richtig dereguliert schalten und walten liess.
So, Schluss mit dem Kasperli-Theater. Ich habe Gescheiteres zu tun. Denn die Start-up-Firma, für die ich Kolumnen schreiben durfte, ist ein Opfer der Finanzkrise geworden. Ich muss also Bewerbungen schreiben. Doch wie hat dieser Villiger so schön gesagt: „Das konjunkturelle Umfeld hat sich verschlechtert.“ Kein Wort davon, dass daran – tra-tra-trallalla – Banken wie die UBS eine Hauptschuld haben. Villiger setzt sich - tra-tra-trallalla – lieber dafür ein, dass seine Banker weiterhin so richtig schön abkassieren dürfen. Das arbeitslose Volk der Realwirtschaft ist derweil froh, wenn wir – tra-tra-trallalla – überhaupt noch einen Job finden und die Miete bezahlen können.