Also diese Obwaldner, die werden jetzt wegen ihrer Apartheid-Politik ganz schön kritisiert. Die vom gierigen Hinterwäldler-Kanton geplanten Wohnzonen für Reiche lassen sogar bürgerliche Politiker erbleichen und die Linken ärgern sich politisch korrekt – nämlich schwarz.
Also ich verstehe diese Aufregung nicht, denn die Schweiz kennt die Wohn-Apartheid ja schon lange. Versuchen Sie doch mal, mit einem Büezerlohn ins bernische Muri zu ziehen! Oder als Coiffeuse im schwyzerischen Wollerau eine geräumige Wohnung zu mieten. Oder als Mechaniker ein Penthouse am Züriberg zu finden.
Das neueste Beispiel für die längst etablierte Wohn-Apartheid liefert uns die Stadt Zürich. Also ich lüge Sie nicht an: Weil Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann die selbsternannte Weltstadt verlassen hat, sitzen die links-grünen städtischen Beamten jetzt auf einer 13-Zimmer-Villa direkt am See.
Und was machen sie mit diesem Bijou? Fragen sie mich arbeitslose Frau, ob ich in vielleicht gerne einziehen werde? Richten Sie an dieser kinderfreundlichen Lage eine schöne Krippe für den Nachwuchs mittelloser Bürger ein? Natürlich nicht! Sie lassen die Promi-Zahnärztin Haleh Abivardi und deren Mann Maximilian Brönner die noble Seeluft schnuppern. Das Glamour-Paar bezahlt für die Villa eine einmalige Gebäudeentschädigung von 3,2 Millionen Franken und einen monatlichen Baurechtszins von mehr als 20‘000 Franken.
Also irgendwie verstehe ich jetzt wenigstens, warum mir meine Zahnarztrechnung jedesmal Bauchweh macht.