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            <name>Marcel Siegenthaler</name>
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        <published>2009-05-18T09:45:38Z</published>
        <updated>2009-05-22T11:04:49Z</updated>
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                Also seit ich meinen Job verloren habe, sind meine Tage ohne feste Strukturen. Und das ist gar nicht so einfach. Da ertappte ich mich am letzten Freigag doch dabei, wie ich mitten am Nachmittag den Fernseher einschaltete. Beim gelangweilten Zappen durch die Programme packte mich dann das nackte Grausen.<br />
<br />
Es ist ja so, dass jede Gesellschaft das TV-Programm hat, das sie verdient. Ausser wir Schweizer! Also ich lüge Sie nicht an: Wer deutschsprachige Sendungen präferiert und nachmittags vor der Glotze nicht einschlafen will, landet schnell mal bei einem deutschen Sender. Und dort schauen wir Schweizer uns dann an, wie die wiedervereinigten Hartz-IV-Empfänger von den Privatsendern genüsslich blossgestellt werden. Oder wie sich Eheleute in sogenannten Talksendungen das ganze Tierbuch an den Kopf werfen. Oder wie bildungsfernen Teenagern nichts zu peinlich ist, um ein TV-Star zu werden. Und das alles gewürzt mit der typisch deutschen Offenheit, die man auch als Aggressivität bezeichnen kann. <br />
<br />
Also irgendwie muss dieser deutsche TV-Schrott doch auf die Schweizer Gesellschaft abfärben. Ja ich befürchte, wir werden schleichend genauso doof wie Boris Becker und so uncharmant wie Peer Steinbrück. Als ich mir dessen bewusst wurde, schaltete ich am letzten Freitagnachmittag auf SF1 um  und schlief bei der Wiederholung von 5 gegen 5 prompt ein. <br />
 
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            <name>Marcel Siegenthaler</name>
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        <published>2009-05-16T11:10:50Z</published>
        <updated>2009-05-16T20:35:50Z</updated>
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                Also dieser Villiger, der pflegt seinen Filz munter weiter. Schon bevor er UBS-Präsident geworden ist, hat er einem FDP-Freund  versprochen, an der BEA-Eröffnung den Kasperli zu spielen. Und so hat der Alt-Bundesrat nun also in Bern geredet. Als UBS-Präsident. Interessant ist das Wenige, das er dabei gesagt hat. Zum Beispiel: Die UBS ist eine Stütze der Schweizer Wirtschaft.  <br />
<br />
Also ich lüge Sie nicht an: Laut Villiger macht die UBS alles richtig. Schuld daran, dass die Grossbank immer noch in den roten Zahlen dümpelt, sind die anderen. Villiger: Das konjunkturelle Umfeld hat sich verschlechtert. Und jetzt droht offensichtlich auch noch Gefahr durch Laien. Und die Laien, das sind natürlich die anderen. Villiger: Wir können der Politik nur raten, die Regulierung nicht zu einer Überregulierung werden zu lassen. Wir müssen aufpassen, dass nicht im politischen Raum von den Laien etwas falsch gemacht wird.  <br />
<br />
Sorgen bereiten Villiger vor allem die Bemühungen der Politik, den Lohnwahnsinn im Finanzwesen zu stoppen. Villiger:  Auch in der Schweiz verlieren wir Leute an die Konkurrenz. In schwierigen Zeiten braucht man gute Leute, die besten Leute. Und die Besten sind immer gefragt.  Und die Besten sind immer noch die gierigsten. Und die werden ihr finanzpolitisches Choas künftig im Namen einer anderen Bank anrichten  im Namen einer Bank, die sich nach wie vor von innen plündern lässt. Für Villiger ist deshalb klar: Wir müssen reagieren. Und er ist froh, dass das auch seine FDP-Freunde so sehen: Unsere Aufsichtsbehörde und die Nationalbank kennen das Problem, und sie sind auf unserer Linie. Die Profis wissen schon, was zu tun ist. Kein Wort davon, was diese Profis angerichtet haben, als man sie noch so richtig dereguliert schalten und walten liess. <br />
<br />
So, Schluss mit dem Kasperli-Theater. Ich habe Gescheiteres zu tun. Denn die Start-up-Firma, für die ich Kolumnen schreiben durfte, ist ein Opfer der Finanzkrise geworden. Ich muss also Bewerbungen schreiben. Doch wie hat dieser Villiger so schön gesagt: Das konjunkturelle Umfeld hat sich verschlechtert.  Kein Wort davon, dass daran  tra-tra-trallalla  Banken wie die UBS eine Hauptschuld haben. Villiger setzt sich - tra-tra-trallalla  lieber dafür ein, dass seine Banker weiterhin so richtig schön abkassieren dürfen. Das arbeitslose Volk der Realwirtschaft ist derweil froh, wenn wir  tra-tra-trallalla  überhaupt noch einen Job finden und die Miete bezahlen können.<br />
<br />
 
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        <published>2009-05-14T10:32:31Z</published>
        <updated>2009-05-14T10:32:31Z</updated>
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                Also diese Obwaldner, die werden jetzt wegen ihrer Apartheid-Politik ganz schön kritisiert. Die vom gierigen Hinterwäldler-Kanton geplanten Wohnzonen für Reiche  lassen sogar bürgerliche Politiker erbleichen und die Linken ärgern sich politisch korrekt  nämlich schwarz. <br />
<br />
Also ich verstehe diese Aufregung nicht, denn die Schweiz kennt die Wohn-Apartheid ja schon lange. Versuchen Sie doch mal, mit einem Büezerlohn ins bernische Muri zu ziehen! Oder als Coiffeuse im schwyzerischen Wollerau eine geräumige Wohnung zu mieten. Oder als Mechaniker ein Penthouse am Züriberg  zu finden. <br />
<br />
Das neueste Beispiel für die längst etablierte Wohn-Apartheid liefert uns die Stadt Zürich. Also ich lüge Sie nicht an: Weil Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann die selbsternannte Weltstadt verlassen hat, sitzen die links-grünen städtischen Beamten jetzt auf einer 13-Zimmer-Villa direkt am See. <br />
<br />
Und was machen sie mit diesem Bijou? Fragen sie mich arbeitslose Frau, ob ich in vielleicht gerne einziehen werde? Richten Sie an dieser kinderfreundlichen Lage eine schöne Krippe für den Nachwuchs mittelloser Bürger ein? Natürlich nicht! Sie lassen die Promi-Zahnärztin Haleh Abivardi und deren  Mann Maximilian Brönner die noble Seeluft schnuppern. Das Glamour-Paar bezahlt für die Villa eine einmalige Gebäudeentschädigung von 3,2 Millionen  Franken und einen monatlichen Baurechtszins von mehr als 20000 Franken. <br />
<br />
Also irgendwie verstehe ich jetzt wenigstens, warum mir meine Zahnarztrechnung jedesmal Bauchweh macht.<br />
<br />
 
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        <published>2009-05-10T09:43:51Z</published>
        <updated>2009-05-11T11:22:39Z</updated>
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                Also wer trauert schon diesem .ch nach? Wen kümmert es schon, dass mitten in der Finanzkrise von einem Tag auf den anderen 69 Stellen verloren gehen? Wer bedauert schon, dass ein aufgestelltes, junges Team mit viel Herzblut Knall auf Fall nicht mehr zusammen weiterarbeiten darf? Wer wird schon die exklusiven Storys und Eigenrecherchen von .ch vermissen? Wen bedrückt schon die Aussicht, dass die knallhart kalkulierenden TA-Media-Chefs in den nächsten paar Wochen die Gratiszeitung News einstellen werden und damit weitere rund sechzig Stellen bachab gehen? Und wer findet es schon störend, dass bald nur noch die beiden Grossverlage TA-Media und Ringier die Schweizer Zeitungen kontrollieren werden?<br />
Also am ehesten sollte all dies doch unseren sozialdemokratischen Medienminister stören. Aber genau dem ist das alles schnurzpiepegal. Wer trauert schon .ch nach? Es ist Moritz Leuenberger, der diese rhetorische Frage in den letzten Tagen gestellt hat. <br />
Also dieser Moritz, der hat es gut. Der hat einen formidabel bezahlten und anscheinend weitgehend stressfreien Job mit einem festen Sitzungsrhythmus. Als er in Bern genug vor sich hin gedöst hat, ist der Zürcher aktiv geworden. Das Geld des Steuerzahlers verhilft mir zu einem sorglosen Leben, hat er sich gesagt, da kann ich doch locker selbst ins Mediengeschäft einsteigen und auf http://moritzleuenberger.blueblog.ch/ einen staatlich finanzierten Blog betreiben. So nebenbei kurbelt der Sozi dort sogar den Absatz seiner Bücher an. <br />
Derweil muss sich unsereiner nach der Decke strecken. Wie meine vielen Kollegen von .ch steht bald auch meine Wenigkeit auf der Strasse. Diesen Blog schreibe ich gratis und franko, hobbymässig und irgendwie als Beschäftigungstherapie. <br />
Aber eines muss man diesem Moritz lassen: Der schaut wenigstens dafür, dass all die vielen Medienleute, die in den nächsten Monaten den Blauen Brief erhalten werden, die Vorzüge eines tiptop ausgebauten Sozialstaates in Anspruch nehmen können. Vielleicht hat er dieser sozialdemokratische Medienminister ja sogar Freude, dass bald ganz, ganz viele Medienschaffende die Vorteile dieses Sozialstaates erleben müssen.<br />
 
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        <published>2009-05-09T08:07:41Z</published>
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                Also diese Apartheid, die kommt jetzt in die Schweiz und hierzulande ganz ohne Schwarze aus. Denn in der neuen Schweiz ist der arme Weisse der Neger. Also ich lüge Sie nicht an: Während in den USA ein Halbschwarzer den reichen Herrenmenschen gerade die Privilegien und die Boni zusammenstreicht, tut unser blasser Regierungsapparat alles, um weiterhin windige Steuerbetrüger in die Schweiz zu locken. Im abgelegenen Kanton Obwalden gehen die Politiker sogar noch einen Schritt weiter. Sie wollen reiche Bürger vor dem Gesetz künftig anders behandeln als das mittellose Fussvolk. Neu soll es im geldgierigen Hinterwäldler-Kanton exklusive Wohnzonen für Reiche geben. Und diese gutbetuchten Bürger erster Klasse können dann in ihren gut bewachten Luxusbunkern von der Flat-Rate-Tax profitieren, also von himmelschreiend tiefen Steuern. «Wir wissen, dass wir gewisse Privilegien für Menschen mit hohem Vermögen schaffen», gesteht ein O-Weh-Kantonsrat namens Karl Vogler von der Christlich-Sozialen Partei ein. Aber dem guten Christen ist das egal. Denn spätestens vor Gott sollen ja später mal alle gleich sein und die Armen schon hieniden von den Sonderrechten der Reichen profitieren. Die Obwaldner stellen sich das nämlich so vor: Von dem Bisschen Steuern, das die Reichen bezahlen, werden an Schatten- und Lawinenhängen Townships für die Armen errichtet. An Sonn- und Feiertagen werden mit Besichtigungstouren durch die Elendsviertel weitere Einnahmen generiert, so dass den Untermenschen jeden zweiten Tag fliessendes Wasser zur Verfügung gestellt werden kann. Zudem hat die hochsubventionierte Obwaldner Landwirtschaft neu die Möglichkeit, ihre überschüssige Produktion in die Townships zu liefern und so auch noch von der staatlichen Entwicklungshilfe zu profitieren. Also ich sage Ihnen: Gewinner dieser neuen Apartheid sind nicht nur die Reichen, sondern auch das Klima und die Umwelt. Denn künftig muss man nicht mehr ins ferne Südafrika fliegen, um sich entsetzt an himmelschreienden Ungerechtigkeiten zu ergötzen. Das bietet uns künftig auch die Insel der glückseligen Reichen. Die Schweiz. <br />
<br />
 
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        <published>2009-05-08T07:55:08Z</published>
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                Also diese Mobilmachung, die hat jetzt begonnen. Klammheimlich ist die beste Armee der Welt angetreten, um dem Feind unerschrocken in die Augen zu blicken. Nein, nicht im fernen Somalia wird das Vaterland verteidigt. Unser Armeeminister maurert  ja mit Erfolg gegen den ersten Schweizer Antipiraten-Einsatz seit Dominik Dachs. Zurecht, wie ich leider sagen muss. Denn es ist alles noch viel schlimmer als ein paar Piraten an irgend so einem Horn sein können: Der Feind ist nämlich schon da. Bei uns. In der Schweiz. Zu Tausenden haben sich die gegnerischen Truppen in unseren schönen Wäldern eingenistet, ausgerüstet mit raffinierten kriegerischen Stechapparaten. Da unsere weltbeste Armee der Humanität verpflichtet ist, bringt sie die blutrünstigen Invasoren nicht etwa um. Nein, unsere Soldaten scheuen kein Risiko und sammeln die einzelnen Individuen unter höchsten Gefahren ein. 80000 Stück dieses Aggressoren-Volkes wollen Ueli Maurers Mannen gefangen nehmen, auf dass der Feind danach in wissenschaftlichen Labors genüsslich seziert werden kann. Also wenn ich schwer vermittelbare arbeitslose Frau so über diese Zecken-Mission unserer Armee nachdenke, dann werde ich leicht neidisch. Im Frühling mit einem feinen Picknick im Rucksack und einem Liedchen auf den Lippen durch die Wälder streifen und dafür noch Geld erhalten  das ist doch wesentlich angenehmer als zusammen mit arroganten Bankern an RAV-Kursen teilzunehmen.  
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        <published>2009-05-07T11:02:03Z</published>
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                Also diese Finanzkrise, über die habe ich jetzt monatelang genörgelt. Und jetzt bin ich  Ironie der Wirtschaftsgeschichte  selbst Opfer dieser Finanzkrise geworden. Also ich lüge Sie nicht an: Den Investoren von .ch ist das Spaziergeld ausgegangen und die Zeitung deswegen eingegangen. Eingegangen sind auch viele Leserbriefe, in denen bedauert wird, dass ich nun keine Plattform zum Nörgeln mehr habe. Vielen Dank für die Blumen. Dass ich jetzt nach ein paar wenigen Tagen der Besinnung weitermache, hat aber noch einen anderen Grund. Meine Freundin Trudi hat mir nämlich gesagt, ich sei unausstehlich, seit ich mich nicht mehr täglich in diesem .ch abreagieren kann. Anstatt zum Psychiater zu gehen, nörgele ich jetzt also weiter. Täglich auf www.punkt.ch und auch im Facebook. Und nicht vergessen: Noch haben wir bei .ch nicht aufgegeben. Es gibt immer noch Menschen in diesem Land, die sowohl Geld als auch Ideale haben. Und die wissen: So günstig wie jetzt kommen sie nie mehr zu einer Gratiszeitung. Also all denen sage ich: Die Rettung von .ch verspricht  mehr Rendite und mehr Spass als der Kauf von UBS-Aktien. Also träumen wird man ja wohl noch dürfen. 
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        <published>2009-05-04T06:58:36Z</published>
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                Also heute danke ich mal jenem Teil der Leserschaft, der für meine arme Seele betet und mich einlädt, doch in der Bibel zu lesen. Da blättere ich also am Samstag durchs Buch Hiob, lande bei Kapitel 33 und muss nach der Lektüre von Vers 25 an unseren Bundesrat denken. «Sein Fleisch blühe wieder wie in der Jugend, und er soll wieder jung werden», steht dort geschrieben. Nun ist es aber so, dass ich nur von einem schwachen Glauben an Wunder beseelt bin. Der Glaube daran, dass unsere alte, träge, ängstliche und verfilzte Regierung plötzlich in jugendlicher Frische erstrahlt, geht mir gar vollständig ab. Wie wohltuend sind da die Jungpolitiker. Die tun sich über die Parteigrenzen hinweg zusammen und fordern den Bundesrat auf, den Finger aus dem Hintern zu nehmen. Und dann habe ich am Samstag noch etwas ganz anderes gelernt: Was auch immer man belegen will, es findet sich ein passendes Bibelzitat. Also schliesse ich mit einem Vers aus dem Alten Testament, Buch der Prediger: «Ein armes Kind, das weise ist, ist besser denn ein alter König, der ein Narr ist und weiss sich nicht gut zu hüten.»  
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        <published>2009-04-30T06:31:28Z</published>
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                Also ich melde hiermit einen Verdachtsfall. Es geht um die Schweinegrippe und betrifft unseren Bundesrat. Der hat sich internationalisoliert und präventiv unter Quarantäne gestellt. Dabei ist unsere Regierung gar nicht mit dem H1N1-Virus infiziert. Also mein Verdacht ist, dass die Hysterie um die Schweinegrippe unserem Bundesrat gerade kommod kommt. Es ist ja auch einfacher, sich mit Sch(w)ein-Problemen zu beschäftigen als mit echten. Um unsere echten Probleme geht es am 23. Juni am Finanzministertreffen in Berlin. Doch unser Säckelmeister zieht beleidigt sein Ringelschwänzchen ein und will nicht daran teilnehmen. Dabei predigen unsere Bundesräte doch immer, wie wichtig der Dialog sei. Und da ist er wieder, mein Verdacht: Unsere Regierung will zwar den Dialog  aber nur über Probleme, die nicht unsere sind wie zum Beispiel Iran, Armenien und Schweinegrippe. Der Dialog als Ablenkungsmanöver auf dass ja niemand merkt, dass wirgar keine Regierung haben.<br />
 
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        <published>2009-04-29T08:18:18Z</published>
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Also diese Politiker, die verwalten die Schweinegrippe genau gleich wie die Finanzkrise. Die Lage sei ernst, sagen sie uns  man habe alles im Griff. Die Warnstufe wurde erhöht, teilen sie uns mit  Sorgen brauchten wir uns keine zu machen. Also da halte ich mich vorerst mal an meine persönlichen Erfahrungen: Die Vogelgrippe habe ich überlebt, Sars hat mich nicht dahingerafft und die Buche vor meinem Haus hat sogar das Waldsterben überdauert. Da werde ich das Zeitliche jetzt kaum wegen dieser Schweinegrippe segnen. Sorgen mache ich mir hingegen um die Juden und die Moslems, denn laut dem israelischen Gesundheitsministerium ist der Begriff Schweinegrippe eine Beleidigung für alle Gläubigen dieser Religionen. Für die sind Schweine nämlich unreine Tiere. Weniger Mühe mit Schweinischem haben die Christen. Item: Richtig arme Schweine sind die Schweine. Denn die haben mit dem Schweinevirus vielleicht gar nichts zu tun und werden vom Menschen mal wieder vergrunzt. Also das ist doch eine Sauerei. 
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        <published>2009-04-28T05:15:32Z</published>
        <updated>2009-04-30T06:32:33Z</updated>
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                Also diese Verbannung der Nacktwanderer aus Teilen der Schweiz  diese Neuigkeit musste ich zuerst mal überschlafen. In Zeiten der Schweinegrippe und der Finanzkrise fürchtet man hierzulande offensichtlich nichts so sehr wie nackte Wanderer. Aber vor was haben wir denn so sehr Angst? Der Wahrheit bester Schmuck ist doch die Nacktheit (Fernando Pessoa). Und die Entblössung der Gefühle viel anstössiger als die des Körpers (Arthur Schnitzler). Also wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern (Heinrich Heine). Nackt kommen wir. Nacktgehen wir. Aber nackt dürfen wir nicht mehr gehen. Zumindest in Innerrhoden nicht. Und auch in Ausserrhoden planen die Neo-Etatisten der SVP ein Verbot. Also ich mache keinen Scherz  dahinter steckt der Merz. Der Appenzeller weiss, dass es vorallem Deutsche sind, die der Nacktwanderei frönen. Und Deutsche, meint dieser Merz, sollen sich bei uns nicht entblössen weder in den Bergen noch vor dem Steueramt.<br />
 
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        <published>2009-04-27T06:27:34Z</published>
        <updated>2009-04-27T06:27:34Z</updated>
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                Also diese Uriella, die liegt im Sterben. Möge ihr Gott ihrer Seele gnädig sein und ihr ein helles Wölkchen in seinem Himmelreich zugestehen. Konkurrenz belebt ja das Geschäft. Doch was geschieht jetzt hienieden mit den Schäfchen dieser schrulligen Sektenpredigerin? Die drohen doch im Dunkel zu versinken! Ein Sektenspezialist befürchtet sogar, sie könnten der Sozialhilfe und damit uns allen zur Last fallen. Also irgendwie kann man da doch auf Erfahrungswerte zurückgreifen, die uns die UBS geliefert hat. Wir erinnern uns: Als Rendite-Prediger Marcel Ospel abtrat, versuchten es zuerst zwei farblose Buchhalter mit seiner Nachfolge. Erst als die erwartungsgemäss gescheitert waren, schritt mit Oswald Grübel ein neuer Guru ins helle Licht. Gleichzeitig wurden die Ospel-Jünger von Ängsten und Depressionen geplagt. Viele von ihnen anden sich in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren wieder. Also da können wir doch nur beten, dass Uriella weniger Schäfchen als die UBS Mitarbeiter hat.<br />
 
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        <published>2009-04-24T05:13:53Z</published>
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        <title type="html">Frau Nörgeli</title>
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                Also diese verkehrte Welt: Gestern kam aus, dass ausgerechnet eine Frau die Foltermethoden des CIA angeordnet hat: Condoleezza Rice, die frühere Aussenministerin des früheren US-Präsidenten George Waterboarding Bush, liess den Terroristen Chalid Scheich Mohamme dinsgesamt 183 Mal fast ertränken. Also diese verkehrte Welt: In der Schweiz legen Banker einen schönen Teil ihrer Boni auf den Tisch, um sich von einer Domina auspeitschen zu lassen. Psychische und physische Erniedrigung helfe ihnen, die Krise zu überstehen, sagt eine Domina auf Seite 9 dieser Zeitung. Angesichts der düsteren Wirtschaftsprognosen braucht sie sich um ihr Geschäft keine Sorgen zu machen. Also diese verkehrte Welt: In Amerika wird Mistress Rice jetzt heftig kritisiert  für etwas, das ihr in Zürich eine Menge Geld eintragen würde.<br />
 
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        <published>2009-04-23T05:25:48Z</published>
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                Also eine Lohnerhöhung mitten in der Finanzkrise, das muss ich mir wohl abschminken. Aber vielleicht lässt sich der Chefredaktor ja erweichen, wenn er diese Kolumne gelesen hat. Mit pekuniären Hintergedanken lob ich jetzt die «.ch»-Redaktion nämlich über den grünen Klee. «Wir wollen eine Arztgebühr in der Grössenordnungvon 30 Franken einführen», sagte ein Chefbeamter aus dem Departement Couchepin in «.ch» am Dienstag vor einer Woche. Danach berichteten alle siebentausend Gratiszeitungen tagelang über die geplante Gebühr. Gestern nun erfuhr auch die zahlende Leserschaft des «Tages-Anzeiger» davon: «Couchepin will Patienten mit Praxisgebühr zur Kasse bitten», prangte gross auf der Titelseite. Und im gleichen «Tagi» wurde über Berlusconis Pläne berichtet,das Jagdgesetz zu liberalisieren. Das ist die «.ch»-Titelstory vom 15. April. Also, lieber Chefredaktor, Du hast bewiesen: Gratis muss nicht billig und ich sollte Dir teuer sein.<br />
 
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        <published>2009-04-22T06:14:26Z</published>
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                Also wir Schweizer Kälber, wir sind doch selber schuld, dass alle auf uns einhauen. Alle vier Jahre wählen wir die Metzger selber, die uns in der ganzen Welt unsympathisch machen. Seit Ewigkeiten beauftragen wir immer wieder die gleichen überforderten Parteien, immer wieder die gleichen überforderten Bundesräte, über uns zu bestimmen. Das mag in Zeiten guter Konjunktur ja funktionieren, aber doch nicht jetzt, in Zeiten der Krise! Es ist also höchste Zeit, über die in Deutschland beliebte Abwrackprämie nachzudenken, wobei diese dem Sonderfall Schweiz anzupassen wäre. Und zwar so: Jeder, der eine abgewrackte Partei verschrottet und eine neue gründet, erhält zehn Millionen Startkapital. Ich garantiere Ihnen: Die neuen Köpfe in den neuen Parteien würden neue Bundesräte wählen, das Image der Schweiz wäre schlagartig besser und das Problem der Parteienfinanzierung auch gleich gelöst.  
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